Neben der gesunden Freizeitaktivität ist auch die Ernährung oft ein Thema: Wo kommt das Essen her, wie wurde es bearbeitet? Ist Bio besser?

Ein Mietgarten – was ist das?

Die Auswahl im Supermarkt ist meist riesengroß. Trotzdem wird der Anbau von eigenem Obst und Gemüse immer beliebter. Dies resultiert zum einen aus dem Wunsch, etwas Eigenes zu erschaffen und zum anderen aus der Intransparenz der Lebensmittelindustrie. Denn bei selbst Angebautem weiß man zu 100%, was man hat. Vor allem in und um größere Städten werden deshalb sogenannte Mietgärten immer beliebter. Mietgärten sind kleine Gemüsefelder, die man über ein paar Monate lang mieten kann. In der Regel kann man sie von April bis etwa Oktober mieten und in dieser Zeit erleben, wie es ist, eigenes Gemüse anzubauen. Dies ist eine wunderbare Idee – vor allem für Familien. Da neben einem eigenen Garten oft auch das Wissen fehlt gibt es Starthilfe: Jedes etwa 25 x 4 Meter große Feld wird bereits von den „Vermietern“ vorbereitet, gepflügt und mit bis zu 30 verschiedenen Gemüsesorten besäht. Zum Repertoire des Angebotes gehören z.B. verschiedene Salat- und Kohlsorten, Tomaten, Erdbeeren und einiges mehr. Diese werden nach und nach vom Besitzer des Landes zum jeweils idealen Zeitpunkt gesät, denn jede Pflanze hat einen eigenen Saatzeitpunkt. Ein reichhaltiges Gemüseangebot findet Ihr beispielsweise bei Hans-Georg und Sebastian Pohl und ihrer Initiative "Mein Gemüseacker" . Da beiden Qualität und Frische sehr am Herzen liegt, bot es sich an, die Wege von der Ernte bis zum Einkaufskorb durch Mietgärten noch kürzer zu gestalten. Auf chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger verzichten Vater Pohl, der als Gemüsebaumeister über mehr als 35 Jahre Berufserfahrung verfügt, und sein Sohn übrigens komplett. Das eigene Anbauen von frischen Lebensmitteln ist zudem sehr nachhaltig: es wird weniger Essen weggeworfen, da man frisch und nach Bedarf ernten kann. Was zu viel ist, kann verschenkt werden. Zudem wird weniger Gemüse konsumiert, das importiert wurde. Obendrein ist besonders der Verzicht auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel eine Entlastung für die Umwelt. Mit einem Gemüsegarten tut Ihr also auch aktiv etwas für den Klimaschutz!

Gärtnern mit Spaß – auch für Anfänger

Die Pflanzen sind bereits gesät. Für Euch geht es dann direkt ans Gärtnern, damit am Ende reifes und saftiges Gemüse geerntet werden kann. Dabei ist klar, dass einige der Mieter zum ersten Mal selbst Obst und Gemüse anbauen. Deswegen wird Unterstützung angeboten und zwar in Form von wöchentlichen Beratungsterminen. Auch für die nötigen Gartenutensilien ist gesorgt: Ein anliegendes Holzhäuschen beinhaltet alles, was man dafür braucht. Zudem gibt es einen Wassertank und Gießkannen. Selbstverständlich kann man, zusätzlich zu den im Angebot enthaltenen, selbstständig weitere Pflanzen anbauen. Oft sind sogar beim Vermieter des Gemüsegartens vorgezüchtete Gemüsejungpflanzen erhältlich. Im Laufe der Zeit lernen sich die Gärtner untereinander auch kennen und man kann sich gegenseitig helfen und Tipps geben und vielleicht sogar neue Freundschaften wachsen lassen. Eine Ackerparzelle reicht aus um eine vierköpfige Familie zu versorgen. Das Beste: neben gesundem erntefrischem Obst und Gemüse seid Ihr viel draußen und könnt etwas als Familie unternehmen. Eure Kids können zusätzlich zu der gesunden Ernährung auch etwas über den Gemüseanbau und die Natur lernen. Zudem lernen sie durch das gemeinsame „Arbeiten“, Verantwortung zu tragen. Eure Kids essen lieber ungesunde Burger und Süßigkeiten als Obst und Gemüse? Das mit Stolz selbst gepflegte und geerntete Obst und Gemüse schmeckt ihnen gleich doppelt so gut und wird sicher gerne auf dem Essenstisch gesehen!

Standorte in Deutschland

Ihr interessiert Euch auch für einen Mietgarten? Die Liste der Anbieter gibt Euch eine gute Übersicht, einen tieferen Einblick erhaltet Ihr beim Fernsehbeitrag des WDR "Der Gemüseacker zum Mieten". In den Mietgarten... fertig... los!